News vom 26.07.2008
Gedenken an die Opfer der Schreckenstat am Jokela Gymnasium
Es war für die Finnen ein Schock: Im vergangenen Jahr kündigte ein 18-Jähriger im November 2007 im Internet eine furchtbare Bluttat an, die er dann auch ausführte. Am Jokela Gymnasium in Tuusula brachte er acht Menschen um, es gab Dutzende Verletzte. Der Todesschütze schoss sich selbst in den Kopf, überlebte zunächst schwer verletzt und starb noch am Abend im Krankenhaus. Pekka-Eric A. nannte sich „Sturmgeist 89“ und verehrte Hitler und Stahlin. In seinem Dokument nannte er „Schüler, Lehrer, Gesellschaft, Menschheit und menschliche Rasse“ als Ziele seines geplanten „Massenmords“, den er als „politischen Terrorismus“ verstanden wissen wollte. Das von ihm selbst ins Internet gestellte Video zeigt ihn bei Schießübungen in einem verschneiten Waldstück. Polizeichef Matti Tohkanen sagte, der Täter stamme aus einer ganz normalen Familie. Für seine Kleinkaliberpistole hatte er eine Lizenz und war zuvor nicht straffällig gewesen. Der Täter, Pekka-Eric A., schrieb in einem drei Seiten umfassenden Manifest, dass er voller Hass sei. Er hing einem Weltbild mit menschenverachtenden Theorien an. Demnach sollten intelligente Menschen die weniger intelligenten töten oder als Sklaven halten. Weiter schrieb er: „Natürlich gibt es noch eine endgültige Lösung: den Tod der gesamten menschlichen Rasse.“ Bei Amokläufen werden zwei Tätertypen unterschieden: psychisch gestörte Menschen und gescheiterte Existenzen. Beide versuchen, ein Gefühl von Ohnmacht durch Machtgehabe auszugleichen. So sind Amokläufer häufig junge Männer, die Macht ausüben wollen. Sie wollen herr über Leben und Tod spielen. Pekka-Eric A. schrieb über sich: „Ich bin ein gottgleicher Atheist. Ich, als natürlicher Selektierer, werde alle eliminieren, die ich als unbrauchbar ansehe.“
Auch heute, knapp ein Jahr später herrscht bei Betroffenen immernoch Angst und Ratlosigkeit.



