News vom 29.05.2008
Geburtenrate in Finnland zählt zu den höchsten in der EU
Die Geburtenrate in Finnland liegt bei 1,8 Kindern pro Frau. Rund 20 Prozent der Mütter sind Alleinerziehende. Knapp zehn Prozent der Familien sind so genannte „Patchworkfamilien“. Die Zahl der Einzelkinder steigt, was vor allem dadurch bedingt ist, dass Frauen immer später Kinder gebären. Das wiederum hängt mit dem Bildungsniveau der finnischen Frauen zusammen. Knapp 60 Prozent der Frauen erfügen über einen höheren Schulabschluss, der sie in entsprechende Berufe und Karriere führt. So wird möglichst erst die finanzielle Basis für die Familie geschaffen, ehe man sich dem „Berufsrisiko Kind“ aussetzt. Die Probleme der Frauen in Industrienationen sind überall gleich. Kinder werden krank, Frauen müssen sich kümmern – ein Grund für Arbeitgeber, Frauen zu benachteiligen. Ein verständlicher Grund, denn Arbeitgeber sind in erster Linie wirtschaftlichen Grundsätzen verpflichtet, ob man das nun wahrhaben will oder nicht. Soziale Komponenten sind wünschenswert, aber letztlich ein „Luxus“, den man sich leisten können muss. So ist es nicht verwunderlich, dass Firmen – allen Gesetzen zur Gleichberechtigung zum Trotz – ihre ureigenen Interessen zu vertreten haben und auch Mittel und Wege finden, diese durchzusetzen. An dieser Stelle ist also nicht die Wirtschaft, sondern der Staat gefordert. Die Familienpolitik in Finnland setzt darum schon seit Jahren alle Hebel in Bewegung, um soziale Ziele zu verwirklichen. Zu diesen Zielen gehört es zunächst ganz allgemein, dass Kindern ein sicheres Aufwachsen ermöglicht werden soll. Sie sollen schon früh eine gute Bildung erhalten. Die Geburtenrate soll, wenn schon nicht erhöht, so doch wenigstens auf dem derzeitigen Stand gehalten werden. Frauen und Männer sollen auch in Familien mit Kindern ihrem Beruf nachgehen können. Auch Väter sollen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv an der Kindererziehung beteiligen zu können. Dazu hat die Familienpolitik vor allem finanzielle Maßnahmen, wie zum Beispiel das Betreuungsgeld, eingesetzt.



