News vom 05.06.2008
Sámi protestieren gegen Waldzerstörung
In Finnland leben etwa 7000 der insgesamt 75000 Sámi. Wer mit dem Begriff Sámi nichts anfangen kann: früher wurden die Ureinwohner als Lappen bezeichnet. Man kennt die Fotos, auf denen Sámi in Festtagskleidung mit einem geschmückten Rentier vor malerisch verschneiter Kulisse posieren. Doch die Urbevölkerung hat Sorgen und von Idylle ist bei ihnen immer weniger zu spüren. Der Grund: die Urwälder Finnlands werden über ihre Köpfe hinweg zur Holzgewinnung genutzt. Die Sámi haben keinen Besitzanspruch auf das Land ihrer Ahnen und so werden ihre Interessen denen der Forstwirtschaft untergeordnet. Zwar forstet Finnland enorm auf – aber das Problem der Sámi bleibt dennoch bestehen. Der intakte Lebensraum ist für die Sámi enorm wichtig. Die Wälder der Sámi sind Urwälder. Hier sammeln sie Pilze und Beeren, fischen in Flüssen und Seen und lassen ihre Rentiere weiden. 40 Prozent der Sámi sind Rentierzüchter. Doch die Rentierhaltung ist in Gefahr. Rentiere fressen Fechten, die nur auf alten Bäumen wachsen. In Wäldern, in denen bis zu 500 Jahre alte Kiefern stehen, gibt es ausreichen Futter. Für zwei bis vier Monate sind diese Flechten die einzige Nahrung der Tiere. Ein aufgeforsteter Wald ist für die Rentiere nutzlos, weil er sie nicht ernährt. Es geht also nicht allein um die Bäume, sondern um eine ganze Nahrungskette. Pekka Aiko ist der Präsident des finnischen Sámi-Parlaments. Er fordert das Ende der Abholzungen. Schon die Tschernobyl-Katastrophe war für das Volk der Sámi ein wirtschaftliches Desaster. Doch nicht nur das wirtschaftliche Überleben steht auf dem Spiel. Es geht um mehr: um das Kulturgut der Sámi und ihre gesamte Lebensweise.



