Einwanderung im Finnland-Lexikon

Seit den neunziger Jahren ist Finnland zu einem Einwanderungsland geworden. Die Gründe dafür sind vor allem im Zusammenbruch der Sowjetunion zu finden. Denn über ein Drittel der ausländischen Staatsbürger kommt aus diesem Bereich, ein weiteres Drittel sind Schweden. Hinzu kommen Esten und Menschen weitere Länder, wie dem Irak, dem ehemaligen Jugoslawien und Somalia. Mit unter zwei Prozent ist der Ausländeranteil in Finnland jedoch innerhalb Europas vergleichsweise gering. Helsinki ist jedoch ein absolutes Ballungsgebiet für Ausländer. Hier beträgt ihr Anteil an der Bevölkerung fast fünfzig Prozent. Insgesamt leben in Finnland rund 100.000 Ausländer. Etwa ein Fünftel von ihnen sind Flüchtlinge. Nun gibt es leider Makler, die es sich zunutze machen, dass die finnische Sprache schwer zu erlernen ist. Bei Vertragsabschluss wird noch Englisch gesprochen, später – vor allen Dingen bei Nachfragen seitens der Mieter – verstehen sie plötzlich kein Englisch mehr.

Auch bei den Vermietern gibt es leider schwarze Schafe, die in der Nebenkostenabrechnung viel Fantasie verwenden und die Unkenntnis der Ausländer ausnutzen. Bei städtischen Wohnungsämtern werden die Anträge von Ausländern häufig langsamer bearbeitet. Ganz tückisch wird es bei Telekommunikationsunternehmen. Auch hier ist Englisch nur so lange üblich, bis Reklamationen kommen. Man kann nur hoffen, dass es sich hier um Einzelfälle handelt, denn die finnische Regierung bemüht sich sehr, Ausländer in ihre Gesellschaft zu integrieren. Doch die Sprachbarriere ist hier entscheidend. Bevor man die Sprache nicht einigermaßen beherrscht, wird es kaum möglich sein, wirklich Teil der Gesellschaft zu werden. Doch dieses Problem scheint nicht von der Hand zu weisen zu sein, denn der Europarat hat die Finnen erst im Mai 2007 ermahnt, nicht finnisch sprechende Bürger wie Russen oder Roma nicht zu benachteiligen.


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Text (c) 2017: C. H.

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