Jedermannsrecht im Finnland-Lexikon

Am liebsten würde man in der freien Natur sein inneres Kind herauslassen, am offenen Feuer die soeben gefangenen Fische garen und sich zu später Stunde laut singend allein unter dem finnischen Sternenhimmel wähnen. Aber so tolerant die Finnen auch sein mögen, auch bei Ihnen gibt es Spielregeln, die man tunlichst einhalten sollte. Sonst könnte es sein, dass das Wort „Abenteuerurlaub“ noch einmal eine ganz neue Dimension erfährt und man die Nacht hinter schwedischen oder in diesem Falle finnischen Gardinen verbringen muss.

Das Jedermannsrecht erlaubt jedem, sich zu Fuß, auf dem Fahrrad, hoch zu Ross oder auf Skiern durch die Natur zu bewegen. Felder, Wiesen und Pflanzungen, die durch Betreten Schaden nehmen könnten sowie Bauernhöfe sind davon ausgeschlossen. Wo das Betreten gestattet ist, darf man vorübergehend lagern und zelten. Wer es mag, kann in der freien Natur Beeren sammeln und Pilze pflücken. Mit Stippruten darf man angeln – auch Eisangeln ist erlaubt. Allerdings nicht ohne die entsprechende Genehmigung. Das gilt auch für das Jagen. Die Gewässer sind – auf eigene Gefahr – zum Schwimmen freigegeben. Dort darf man sich natürlich auch waschen. Wenn man zeltet, sollte man genügend Abstand zu Wohnbereichen einhalten und niemanden stören. Schaden zufügen und stören darf man weder bei Mensch noch bei Tier. Das gilt auch für Vogelbrut, Rentiere und Wild. Dass man nicht einfach Bäume fällen darf, versteht sich von selbst. Aber auch das Mitnehmen von Schösslingen, Moos und ähnlichen Gewächsen ist verboten. Motorradfahren im Gelände ohne Erlaubnis des Grundbesitzers ist tabu, Umweltsünden sowieso. Und was das offenen Feuer betrifft: das ist verboten, es sei denn, es gibt einen zwingenden Bedarf. Um die wilden Tiere abzuhalten, empfiehlt sich aber doch eher lauten Schnarchen im Zelt...



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