Klöster im Finnland-Lexikon

In Finnland gibt es nur zwei Klöster – beide sind orthodoxen Glaubens und beide liegen in der Gemeinde Heinävesi in Ostfinnland: Das Mönchskloster Uusi in Valamo und das Nonnenkloster von Lintula. Ursprünglich stammen die Ordensgemeinschaften aus Karelien. Im Winter 1939/40 verließen sie ihre Heimat und flohen nach Westen, wo sie in Finnland eine neue Heimat fanden. Im Kloster Lintula leben 14 Nonnen. Sie versorgen sich größtenteils selbst und arbeiten auf den umliegenden Feldern. So wirkt das Kloster von der Außenansicht auch eher wie ein Bauernhof. Es ist ein Ort der Stille.

Das Mönchskloster ist dagegen alles andere als ein ruhiger und beschaulicher Ort. Hier gibt es ein Tagungszentrum, einen Souvenirshop, ein Restaurant und ein Hotel mit 200 Betten. Denn das Kloster Uusi wird jährlich von rund 150.000 Gästen besucht. Im Jahre 1970 starb der letzte russisch sprechende Mönch. Seit 1997 wird die Bruderschaft von einem Mönch namens Archimandrite geleitet. Die 13 Mönche leben vom Hotelbetrieb und dem Verkauf eines selbst gebrannten Likörs. Zudem werden hier Ikonen angefertigt. Ikonen werden verehrt, da sie ein Abbild des Göttlichen darstellen. Die Ikonenmalerei stammt aus Russland und wird nach strengen Vorschriften ausgeführt. So wird man zum Beispiel die Gottesmutter niemals lächeln sehen, da sie um den schweren Auftrag ihres Kindes weiß. Auch hat die Gottesmutter immer drei Sterne auf ihrem Umhang. Die „Maria mit dem Sternenmantel“ ist eine Verfälschung, die ihren Ursprung in der Ikonenmalerei hat. Das Kloster selbst beherbergt viele sakrale Kostbarkeiten. Darunter befindet sich auch die wundertätige Ikone der Mutter Gottes von Konevitsa.

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Text (c) 2017: C. H.

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