Religion im Finnland-Lexikon

Christliche Einflüsse erreichten Finnland ca. 1000 Jahre nach Christus, so dass Finnland zu Anfang des 14. Jahrhunderts zum größten Teil unter dem Einfluss der römisch-katholischen Kirche stand. Die römisch-katholische Kirche förderte die Zivilisation und diente den Armen durch Armenhäuser und Spitäler. Auch förderte die Kirche die Bildung, schuf Schulen und Universitäten.

In Finnland ist die Holzbauweise noch immer üblich. Alte Kirchen, die im Mittelalter aus Holz gebaut wurden sind deshalb nicht mehr vorhanden. Doch achtzig Steinkirchen erinnern mit ihren Holzschnitzereinen an die finnischen Kunstfertigkeiten vergangener Zeiten. Auch Finnland wurde Anfang des 16. Jahrhunderts – ebenso wie Schweden – von der von Luther ins Leben gerufenen Reformation verändert. Das war in etwas um das Jahr 1520. Die römisch-katholische Kirche musste ihre Macht an den lutherischen Protestantismus abgeben. Klöster wurden geschlossen, Pfarrern wurde die Ehe gestattet. Mit dieser Entwicklung ging ein großer Aufschwung der finnischen Kultur einher. Der Bischof von Turku, Mikael Agricola (1510-1557) war Reformator und Schöpfer der finnischen Schriftsprache. Er übertrug das Neue Testament im Jahre 1548 in die finnische Sprache. Die komplette Bibel erschien erstmals 1642 auf Finnisch. Die Gottesdienste wurden in finnischer Sprache gehalten. Die Initiative zur Reformation ging jedoch nicht vom Volk aus, sondern wurde durch königliche Verordnung manifestiert. Der lutherische Glaube wurde zur Staatsreligion. Volle Religionsfreiheit besteht erst seit dem Jahre 1923. Die Evangelische Kirche bildet die größte Glaubengemeinschaft, gefolgt von der orthodoxen Kirche, die in der Zeit der russischen Herrschaft in Finnland Fuß fassen konnte. Sie bildet jedoch nur ein Prozent der Glaubensgemeinschaften.



Hauptseite | Impressum