Trachten im Finnland-Lexikon

Die Trachten in Finnland haben eine lange Tradition und man weiß vergleichsweise sehr viel über sie. Selbst aus der Vorgeschichte, denn es war ein heidnischer Brauch, die Toten in Festtagskleidung zu bestatten. Die Trachten waren mit Bronzespiralen und Schmuckstücken verziert. Das sich aus diesen Schmuckstücken lösende Kupfersalz konservierte Teile des Stoffes. So konnten Forscher die Struktur der Trachten rekonstruieren. Trachten veränderten sich im Laufe der Zeit. Doch die vorgeschichtlichen Trachten weisen auf die Anteile nationaler und internationaler Bestandteile der finnischen Kultur. Die Grundformen und das Herstellungsverfahren stammen unter anderem sogar aus dem antiken Griechenland.

Die Tracht ist ein traditionelles Festgewand und wird auch heute noch bei verschiedenen Festlichkeiten gerne getragen. Ob Familienfeiern, Schulfeste oder Heimatfeste – sie wird von Jung und Alt akzeptiert. Bei Weihnachten und großen Mittsommerfesten darf sie nicht fehlen. Sie schmückt kirchliche Feste, Abiturfeiern und natürlich Hochzeiten. Selbstverständlich treten auch viele Chöre in der Tracht ihrer Heimat auf. Das Anziehen der Trachten will gelernt sein. Auf den Betrachter wirkt sie wie ein Kleidungsstück in mehreren Schichten. Darum wird das Wissen um die Tracht in Heimatvereinen besonders gepflegt. Wer auf sich hält, bewahrt die Familientracht. Um das zu ermöglichen, haben sich einige finnische Firmen auf die Erhaltung und Ausbesserung solcher „Familienschätze“ spezialisiert. Gerade bei alten Trachten staunt man immer wieder über das hohe handwerkliche Geschick, mir dem die zum Teil sehr aufwändigen Kleidungsstücke hergestellt wurden.

Von den vorgeschichtlichen Trachten sind heute noch die Trachten von Perniö, Tuukkala, Muinais-Karjala, Eura, Masku, Kaarina und Mikkeli zu sehen. Sie werden ausschließlich an hohen Festtagen getragen. Heute gibt es in Finnland etwa 400 verschiedene und zum Teil sehr farbenfrohe Trachten.

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Text (c) 2017: C. H.

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