Volkstanz im Finnland-Lexikon

Aus den Tänzen, die zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert entstanden sind, entwickelten sich die finnischen Volkstänze. An den Höfen St. Petersburgs und Stockholms zelebriert, kamen die Tänze nach Finnland und wurden dort im Laufe der Zeit immer wieder verändert, sie wurden der Mode und dem Zeitgeschmack angepasst. Die heutigen Volkstänze beruhen auf Aufzeichnungen vom Ende des 19. Jahrhunderts und den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Tänze, die – wie zum Beispiel in Bayern oder in Afrika – bestimmte Tätigkeiten darstellen, sind den Finnen fremd. Kämpfe werden schon gar nicht imitiert: Bei den Finnen geht’s ganz klar um die Liebe.

Die Volkstänze wurden von jungen Leuten getanzt, um dem zukünftigen Partner ein wenig näher zu kommen. Diese Tänze haben Flirtcharakter, die Tänzer werben für sich, sie necken sich gegenseitig und tanzen immer paarweise. Natürlich gibt es auch ernste und feierliche Tänze. Diese Tänze kommen zumeist aus dem Westen Finnlands. Richtung Osten werden sie dann immer temperamentvoller. Die Tanzschritte unterliegen in der Regel festen Formen. Karelische Volkstänze kennen aber auch die Improvisation, die in eingeschobenen Soloparts vorkommt. Die Polka (polska) kommt aus Polen. Sie eroberte Finnland im 17. Jahrhundert. Ihr Siegeszug ist ungebrochen, auch heute ist eine Hochzeit ohne eine Polka undenkbar. Auch die böhmische Polka ist bei den Finnen auf Begeisterung gestoßen. Sie ist Bestandteil zahlreicher finnischer Volkstänze und wird stundenlang getanzt – bis die Musiker umfallen. Doch es gibt auch neue finnische Volkstänze, wie zum Beispiel den „Hollolanvalssi“, der sich an Walzerklänge aus dem 18. Jahrhundert anlehnt.

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Text (c) 2017: C. H.

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